Ergebnisse Energie- und Klimaschutzkonzept

Abschluss Klimaschutz

Ergebnisse des Energie- und Klimaschutzkonzepts liegen vor - Maßnahmen gegen den Klimawandel

Bei einer Abschlussveranstaltung im Bürgerstadl wurden die Ergebnisse des Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzeptes für die Gemeinde der Öffentlichkeit präsentiert. Dieses wurde durch das Institut für Systemische Energieberatung (ISE) an der Hochschule Landshuterarbeitet. Prof. Dr. Petra Denk, Leiterin des ISE, stellte konkrete Ziele bis 2022 sowie mögliche Maßnahmen vor.

Einleitend sagte Bürgermeisterin Monika Maier, dass das

Klimaschutzkonzept Aufschluss darüber gebe, wo die Gemeinde im Moment stehe. Dabei müsse man sich Gedanken machen, welche konkreten Ziele sich Bodenkirchen im Rahmen des Klimaschutzes setzen wolle. Einige Maßnahmen seien angedacht und sie sei gespannt, was schließlich verwirklicht werde. Die Kommune müsse in jedem Fall als Vorbild in Sachen Klimaschutz vorangehen, so Maier.

Das Integrierte Klimaschutzkonzept zeige auf, laut Prof. Dr. Denk, mit welchen konkreten Maßnahmen die Gemeinde Energie sowie CO2-Emissionen einsparen kann. Das Konzept, das in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde vor allem mit Mitarbeiterin Angelika Ostermeier erarbeitet wurde, werde vom Bundesumweltministerium mit einem Satz von 65 Prozent gefördert.

Die erstellte Energiebilanz zeigt, dass 55 Prozent des Endenergiebedarfs in der Gemeinde Wärme ist, welche zu 83 Prozent von privaten Haushalten benötigt wird, so Denk. Der Energieträger Heizöl sei dabei mit 57 Prozent dominierend. Das Mindestausbauziel bis 2020 im Bereich der Wärme durch erneuerbaren Energien sei bereits erreicht. Das Ziel in Deutschland läge bis 2020 bei 14 Prozent aus erneuerbaren Energien, wie die Referentin anführte. Die Gemeinde Bodenkirchen hätte bereits 33 Prozent im Bezugsjahr 2012 erreicht. Gewerbebetriebe in der Gemeinde seien für insgesamt 57 Prozent des Strombedarfs verantwortlich. Das Ziel des Ausbaus erneuerbarer Energien im elektrischen Bereich der Bundesregierung sei bereits weit übertroffen, informierte Denk. „Das Ziel in Deutschland bis 2020 ist, 35 Prozent des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien abzudecken“, erklärte Professor Dr. Denk. In der Gemeinde seien bereits 89 Prozent (Bezugsjahr 2012) des Strombedarfs durch erneuerbare Energien abgedeckt. Besonders zu erwähnen sei auch, betonte Denk, dass die Wärmeversorgung der kommunalen Liegenschaften bereits jetzt zu 77 Prozent aus regenerativen Energiequellen gedeckt werde.

Die CO2-Bilanz ergab, dass in der Gemeinde im Jahr 2012 7,1 Tonnen CO2 pro Kopf ausgestoßen wurde. Die 7,1 Tonnen könnte man so vergleichen, als ob jeder Einwohner pro Tag einen Rucksack mit 20 Kilogramm CO2 tragen würde, so die Referentin. Durch erneuerbare Energien könne man den CO2-Ausstoß reduzieren. Laut Prof. Dr. Denk verfüge die Gemeinde Bodenkirchen hier über enormes Potenzial besonders in den Bereichen Biomasse, Photovoltaik und Windenergie.

Im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes wurden vom ISE nach Absprache mit der Gemeinde mehrere Detailprojekte hinsichtlich der ökonomischen und ökologischen Sinnhaftigkeit einer zentralen Wärmversorgung untersucht. So könnte künftig in den Gebieten „Kurzlechner-Siedlung“, „Bonbruck-Ortsmitte“mit Sonderpädagogischen Förderzentrum und den kirchlichen Einrichtungen sowie „Grundschule Aich mit Anwohnern“ die Wärmeversorgungmittels eines Wärmenetzes erfolgen. Sei die Anschlussbereitschaft der Privathaushalte um die Grundschule zu gering, würde es sich in der Grundschule Aich, die im Moment noch eine Stromspeicherheizung hat, empfehlen, den Energieträger zu tauschen. Konkrete Wirtschaftlichkeitsrechnungen wurden hierzu durchgeführt.

Des Weiteren wurde im Rahmen des Konzepts untersucht, ob eine Photovoltaik-Freiflächenanlage an der Kläranlage Binabiburg zur Deckung des Strombedarfs (Eigenstromnutzung) wirtschaftlich sinnvoll sei, informierte die Referentin. Dabei seien drei verschiedene Anlagegrößen wirtschaftlich bewertet und die Umsetzung einer Variante empfohlen worden. Die Gemeinde Bodenkirchen hat sich zum Ziel gesetzt bis 2022, ausgehend vom Bezugsjahr 2012, den elektrischen Energiebedarf um 15 Prozent zu reduzieren. Außerdem soll der Wärmebedarf um neun Prozent und der Primärenergiebedarf um 22 Prozent reduziert werden. Auch eine Senkung der CO2 Emission um 20 Prozent wird angestrebt. Die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien soll auf 140 Prozent angehoben werden.

Zur Hebung der Einsparpotenziale bräuchte man massiv die privaten Haushalte, so Prof. Dr. Petra Denk. Um diese zu motivieren, würden Ressourcen und finanzielles Engagement der Kommune benötigt.

Abschließend informierte Bürgermeisterin Monika Maier darüber, dass sich bereits einige Gemeinderäte und Bürger dem Energieausschuss angeschlossen hätten. Außerdem sei die Umwälzpumpen-Austauschaktion im Frühjahr von den Bürgern sehr gut angenommen worden. Im Haushalt werde man Geldmittel einstellen, um die Umsetzung verschiedener Maßnahmen realisieren zu können.

Nach der Veranstaltung überreichten Prof. Dr. Petra Denk und Katharina Garbe Bericht sowie Maßnahmenkatalog der Gemeinde an Bürgermeisterin Monika Maier vertretend für die Gemeinde Bodenkirchen und bedankten sich für die gute Zusammenarbeit.

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2017 Ergebnisse Energie- und Klimaschutzkonzept.
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